Analoge Doppelbelichtung mit Minolta XD7 auf Ilford HP5+

Analog – Ilford HP5+, Doppelbelichtung und gedrehte Linsen

Das analoge Fieber ist voll ausgebrochen und bietet mir eine Flucht aus dem Alltag. Ansatzweise empfinde ich die gleiche Leidenschaft wie damals, als ich mit der digitalen Fotografie angefangen habe. Diesmal geht es natürlich weniger um das Fotografieren an sich, mehr um die analoge Arbeitsweise, denn die Grundlagen von Komposition etc sind ja die gleichen. Effektivität spielt natürlich immer noch eine Rolle, das Equipment muss funktionieren und ich will in der Lage sein, auf Kommando ein vernünftiges Bild auf das Negativ zu bannen. Auf der anderen Seite gibt es aber immer diese Ungewissheit, diese Spannung. Bis man den Film aus der Dose holt und man endlich sieht, ob die Mühen erfolgreich waren. Wenn der Film noch nass zum trocknen hängt und man schon voller Erwartung versucht, die Bilder im Gegenlicht zu erkennen.

Helios 44/2 gedreht

Dass man die Frontlinse des Helios 44/2 drehen kann, ist ja bekannt. Wie man oben sieht, produziert man damit allerdings hauptsächlich Kunst. Wie auch immer, ich mag es. Ein Foto ist ja nicht dann ein gutes Foto, wenn es „korrekt“ belichtet und durchgehend scharf ist, sondern wenn es etwas im Betrachter auslöst. Das schaffen diese Bilder bei mir. Bei dem Bild mit den leuchtenden Blättern habe ich erstmals einen Rotfilter getestet. Die Blätter waren selbst ziemlich dunkelrot, also wirkt das Bild fast, als würden sie leuchten. Ein total cooler Effekt!

Mehr als Kunst im Nahbereich ist allerdings mit gedrehter Frontlinse nicht zu machen, wie man an den Tests sieht. Objekte, die weiter weg sind und mit kleinerer Blende fotografiert werden, sind einfach nur Detailarm und unscharf. Nix mehr zu sehen vom tollen Bokeh, nix an Schärfe gewonnen – eher extrem viel verloren. Trotzdem muss ich mal Portraits damit versuchen.

Doppelbelichtungen

Doppelbelichtungen funktionieren gut mit der Minolta XD7, nun braucht man nur noch ein zuverlässiges Stativ und den dazugehörigen Stativkopf. Mein Manfrotto leistet mir seit Jahren gute Dienste, mit der kostenlosen Garantieerweiterung auf zehn Jahre habe ich auch schon zwei Gelenke reparieren können. Ich bin da sehr zufrieden mit dem Support.

Wie man auf einigen Bildern allerdings sieht, wackelt der Kugelkopf von Bilora seit neuestem. Auch nicht mehr der neueste, aber das ist nun echt keine Entschuldigung. Mit Biloras Kundensupport bin ich eher nicht so zufrieden, denn meine Nachricht über die (nicht so freundlich designte) Webseite blieb unbeantwortet. Da kann man noch so sehr ein deutsches Unternehmen sein, ich werde mich demnächst mal nach Alternativen umschauen.

Wie auch immer, es gibt ja prinzipiell mal zwei Arten von Doppelbelichtungen: einmal die selbe Szene mehrfach mit veränderten Objekten und einmal eine Überlagerung von komplett verschiedenen Bildern. Bei dem Trick mit der selben Szene mehrfach finde ich, dass sich das bewegte Objekt nicht genug zeigt. Vielleicht muss ich da mal mit externem Licht arbeiten, aber das ist alleine nicht so einfach. Viel lustiger finde ich im Moment die Sache mit den verschiedenen Szenen in einem Bild. Da bekomme ich zwar immernoch einen Knoten im Hirn wenn ich darüber nachdenke, was in welcher Reihenfolge aufgenommen werden muss, aber auch das macht ja den Reiz aus.

Lightleak

Immernoch kämpfe ich mit dem Lichtleck an der goldenen XD7. Dichtungen sind neu, der Großteil der Kamera ist aber sowieso im Labyrinthdichtungsverfahren gebaut. Das bedeutet, das Licht müsste um mehrere Ecken herum, um an den Film zu kommen. Kann also eigentlich nicht sein. Bleibt eigentlich nur noch die rechte Kante mit dem Scharnier, aber auch da sitzt die Dichtung fest. Die neueste Idee wäre der reflektierende Aufkleber auf der Innenseite der Tür. Wer weiß, vielleicht kommt doch Streulicht durch den Verschluss und wird dann vom Aufkleber reflektiert? Unwahrscheinlich, ich weiß. Aber ich bin verzweifelt…

Fazit

Es gibt noch viel zu tun. Ich will auf jeden Fall dem Lichtleck in der goldenen XD7 auf die Spur kommen. Außerdem möchte ich mir entspiegelte Glasplatten zur Digitalisierung suchen. Der Negativhalter des Scanners leistet zwar gute Dienste, aber ich fände es schön, wenn ich die seitliche Perforierung noch mit drauf hätte. Zumindest optional.

Außerdem möchte ich gerne mal einen Artikel zum Digitalisieren per Abfotografieren schreiben. Es nervt mich, dass überall geschrieben wird, man soll im RAW Format abfotografieren. Meiner Meinung ist da überhaupt nichts dran, vielmehr kommt es auf die Lichtmenge an. Dass ein Weißabgleich in JPG nicht mehr möglich ist, ist ebenfalls nicht korrekt. Ich frage mich wirklich, wer da immer nur nachplappert und nicht selber nachdenkt. Aber um da eine stabile Datenbasis zu haben, muss ich mal einen Nachmittag größere Reihen fotografieren. Bis jetzt kann ich nur sagen, dass ein Foto eines Negatives in RAW nicht mehr Spielraum bietet als die gleiche Situation in JPG. Aber dazu später mehr.

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