Social Media – The Unknown Animal

Ich arbeite ja mal wieder an meinem Workflow, Bilder in Social Media zu veröffentlichen. Dazu habe ich mal einen (sehr) kurzen Test gemacht und das gleiche Bild per Lightroom Mobile und DS Photo auf meinen Facebook und Google Plus Seiten geteilt. Das Bild habe ich dann wieder heruntergeladen und sehr genau mit dem Original verglichen. Bei Facebook waren beide mobil geteilten Bilder 960px lange Kante und 58kB groß. Beide Bilder hatten automatisch generierte Dateinamen und bei beiden fehlten jegliche Metadaten. Beide Bilder haben sich farblich (Weißabgleich) vom Original unterschieden. Das per Desktop auf der Facebook Seite geteilte Bild hatte 2048px langeKante und erschien mir ebenfalls zu warm (LR Mobile war generell zu kühl, DSPhoto zu warm). Google Plus gibt mir die mobil geteilten Bilder mit 1205px lange Kante wieder, im Gegensatz zu Facebook bleibt aber wenigstens das Copyright Feld intakt.

Kurz

Alles Quatsch und Scheißegal

Lang

Da ich nur selten Zeit habe, das teilen von Bildern am Rechner zu erledigen (was ja immer empfohlen wird), geht es eben nur mobil. Dazu stehen mir grundsätzlich drei verschiedene Quellen zur Verfügung:

  1. Lightroom Mobile
  2. DS Photo
  3. Lokale Kopie, sync auf das Telefon

Lightroom Mobile

Lightroom Mobile ist prinzipiell nett, wenn man ein echter JetSetter ist und auch die Zeit zwischen den Shootings nutzen muss. Lighroom synct hier die Smart Previes mit 2048px lange Kante. Das reicht für jedes soziale Netzwerk und auch für einen groben Check, ob mit Farben, Kontrasten und Schärfe alles OK ist. Mein Problem hier ist, dass nur standard Sammlungen (Collections) synchronisiert werden können. Smart Collections wie „Keyword -> Portrait, Pick und Color -> Green“ (meine fertigen sind Grün, Kundenwunsch ist Blau und Kandidat ist Gelb) funktionieren leider nicht. Wer wie ich ein Gedächtnis wie ein Nudelsieb hat, muss jedesmal extra daran denken, die Bilder entsprechend in die Collections zu verschieben.

Das nächste Problem ist, dass Lightroom Mobile nur aus einem Katalog syncronisieren kann. Ich habe allerdings (für meine freien Arbeiten) für jedes Jahr einen eigenen Katalog, denn sonst wird dieser einfach zu groß. Da ich an mehr als einem Rechner arbeite, liegen alle Rohdaten zentral im Netzwerk, nur der Katalog mit all seinen Einstellungen, Previews etc. liegt lokal. Lightroom will das so, führt kein Weg dran vorbei. Nun muss natürlich der Katalog immer up2date sein, egal an welchem Rechner ich nun sitze. Da kommt DS Cloud ins Spiel, das mit meiner Synology (NAS) kommt. Dieses feine Stück Software scheint aber ein Problem damit zu haben, wenn eine zu große Datei (>200MB) sich zu häufig ändert. Wenn dann auch noch ein paar tausend Previews erzeugt werden, ist das Teil im Streß und produziert viele „Konflikte“, conflict Dateien. Da muss man immer manuell hinterher und passt man mal bei der Katalog Datei nicht auf, arbeitet man mit einer alten Version. Nicht schön.

Außerdem fehlen in der mobilen Lightroom Version die Filtermöglichkeiten. Ich kann nicht nach Attributen oder Schlagworten suchen. Das behindert die Funktionsweise als mobiles immer-dabei Portfolio enorm. Alles in allem „ganz nett“.

DS Photo

DS Photo ist in soweit nett, als dass ich immer live Zugriff auf die exportierten Bilder habe. Das exportieren in festgelegte Ordner gehört bei mir zum Workflow, ich kann mich also darauf verlassen, dass die Versionen immer aktuell sind. Über diese Ordner erreichen auch Kunden und Partner ihre Bilder, weshalb ich sehr auf Ordnung dort achte. Der Nachteil ist: DS Photo greift immer live auf den Bestand zu. Das heißt, in einer Gegend mit schlechtem Netz (oder wenn das NAS mal anderweitig viel zu tun hat) kommt es schon mal vor, dass ich mein Portfolio nur langsam oder gar nicht zeigen kann. Nicht schön.

Lokale Kopie auf dem Telefon

Die vom NAS auf das Telefon gesyncten Bilder funktionieren auch nur begrenzt, da ich bis jetzt keine Galerie App für mein Telefon gefunden habe, die mit Ordner Hierarchien klar kommt. Es werden zwar alle Ordner angezeigt – aber alle auf derselben Ebene. Das resultiert in einem heilosen Durcheinander, was beim Kunden auch nicht gut ankommt, der nur mal eben schnell 3 Bilder sehen will. Außerdem kann ich natürlich nur kleine Versionen der Bilder syncronisieren, da Bandbreite und Speicherplatz des Telefons begrenzt sind. Dazu kommt, dass Bilder manchmal nicht sofort vorhanden sind, da ich daran denken muss, die Bilder zusätzlich in den entsprechenden Ordner zu exportieren.

Fazit

Mittlerweile denke ich, dass man beim mobilen teilen nicht um Qualitätseinschnitte herumkommt. Aber mal ganz ehrlich: Wer in den klassischen sozialen Medien wie Facebook, Google, Instagram etc. teilt, kann sich eh nicht auf unverändertes Material verlassen. Wer wirklich Wert darauf legt, Bilder in hoher Qualität in sozialen Netzen zu teilen, sollte sich 500px oder behance genauer anschauen. Wer dagegen Wert darauf legt, möglichst viele Menschen zu erreichen, bleibt bei den bekannten und schnellen Netzen.

Aber mal ganz ehrlich: Wie viele PC Bildschirme sind korrekt kalibriert? Sogar so mancher Fachmann sieht da noch Rätsel – so er denn das Geld für die erforderliche Hardware investiert hat. Die mobile Welt wächst – wie viele Bilder werden auf dem Handy betrachtet? Wie viele davon sind kalibriert? Genau: Zero. So wie der Teilende seine Bilder auf den Social Media Seiten sieht, tun das vielleicht 1% andere Leute. Alle anderen kümmern sich auch nicht darum.

Also: happy sharing und verzettelt euch nicht in den Details. Wählt den Weg, der für euch funktioniert und alles wird gut. Die Bilder kommen bei euren Fans, Followern und Kunden eh nicht so an, wie ihr sie losgeschickt habt. Und wenn doch – sehen sie anders aus als bei euch. Nur gedrucktes ist Wahres, alles andere ist Spielerei.

Ach, PS: Signatur. Ich benutze keine, weil ich das Bild nicht stören will. Ich dachte, ich packe meinen Namen einfach in die ITPC und in den Dateinamen, dann wird schon alles gut. Ging ja voll daneben. Also wieder eine Signatur benutzen? Ich überlege noch…

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