Test: Saal Digital Fotobuch

Product Placement

Saal Digital startet mal wieder eine Werbeoffensive, diesmal die Fotobücher betreffend. Das bedeutet für Blogbetreiber: Wer ein Fotobuch bestellt und darüber ehrlich berichtet, bekommt einen Zuschuss von 40€. Da sage ich doch nicht nein! Ich bin ja eh schon lange Saal Kunde und wollte schon immer ein Portfolio Fotobuch machen. Auch wenn ich hier ein wenig über die Stränge geschlagen habe und selber nochmal 60€ drauf gelegt habe. Hinweis: Man macht kein Fotobuch für sein Portfolio. Aber dazu ein andermal mehr.

Mit von der Partie ist mein geschätzter Kollege Octavian Horn, der mich mit seinen Produktfotografie Kenntnissen unterstützt hat. So ein gemeinsamer Nachmittag im Studio ist ja auch immer nett, da musste ich nicht lange bitten. Eben jener hat mehr als einmal bemerkt, dass die Qualität des Buches außergewöhnlich sei. Für mich nicht, aber es ist ja auch nicht mein erstes Saal Fotobuch. Um die billigen Anbieter (ja, billig – nicht günstig) habe ich von je her einen großen Bogen gemacht und jede Nachfrage meiner Kunden freundlich, aber bestimmt, abgelehnt. Mit billigen Printprodukten hat man keine Freude. Punkt. Keine Diskussion.

Zum Fotobuch an sich

Ich habe mir ein A4 mit 100 Seiten (maximale Anzahl) gegönnt. Das traditionelle 42x28cm habe ich direkt außen vor gelassen, da ich möglichst viele Bilder formatfüllend abbilden wollte. Ein derartiger Klopper eignet sich eher, um viele kleine und nur wenige große Bilder unterzubringen. Auch das Fotobuch im 1:1 Format war schnell raus. Zugeklappt sieht es gut aus, aber aufgeklappt eignet sich die Fläche für ein Foto im traditionellen 3:2 Format so gar nicht.

Außen blank schwarz und hochglanz, innen natürlich matt. Ich mag Fotos in hochglanz nicht, da schon die geringste Lichtquelle in ungünstigem Winkel zu angestrengten Augen und flauen Kontrasten führt. Aber das ist eine persönliche Entscheidung, der geneigte Leser mag das für sich selbst entscheiden. Die Hochglanz Oberfläche ist übrigens extrem empfindlich. In den Fotos werdet ihr eines finden, wo ich das Fotobuch auf einer Kante balanciere, um auf Unregelmäßigkeiten des Buchrückens hinzuweisen. Diese Kante ist nun weiß. Umso widerstandsfähiger sind die Innenseiten, das Buch kann man getrost in der Familie herumreichen und hinterher die Fettfinger wieder abwischen. Solange niemand eine Seite herausreißt. Es wird sich zeigen, wie lange die Bindung / Klebung hält.

Die Druckqualität ist wie immer über jeden Zweifel erhaben. Die Farben und Kontraste passen, die Schärfe ist genau so wie sie sein soll. Auch die Schrift auf dem Cover und innen ist einwandfrei, tiefes Schwarz und strahlendes Weiß. Die leichten Abbrüche, die in der Software zu sehen waren, sind hier kein Thema. Und damit kommen wir auch schon zum nächsten, leidigen Punkt.

Die Software

Die Software mag ja nicht direkt mit dem Produkt zu tun haben. Aber weil man da einfach durch muss und mir einiges aufgefallen ist, muss ich da zumindest mal ein paar kleine Hinweise fallen lassen. Ich habe ja schon die Abbrüche in meinem Logo erwähnt. Da gibt es ein paar Stellen, die wirklich sehr dünn sind, aber trotzdem nicht die Verbindung verlieren. In der Software sah das aus wie ein wirklich schlecht skalierter Witz. Wenn das wirklich so angekommen wäre, wäre ich ausfallend geworden. Aber nein, Druck einwandfrei und ich bin sehr zufrieden.

Ebenso die Farben. In der Software ist mir manches Mal aufgefallen, dass die Farben leicht daneben liegen und erheblich zu viel Sättigung aufweisen. Das mag sonst nicht auffallen, aber wenn man die Bilder kennt und einem etwas daran liegt (und natürlich auch mit der Zeit ein Auge dafür entwickelt hat), wird das in der ersten Sekunde klar. Der Vergleich mit den Bildern in Lightroom machte aber klar, dass hier irgendwas nicht stimmt. Was also tun? Darauf vertrauen, dass das schon alles richtig wird? Dass eine Firma, die nichts anderes tut als drucken für die Druckvorbereitung und das Layout eine Software herausgibt, die sich nicht um das Monitorprofil kümmert? Oder blind Farben korrigieren und mit Magenschmerzen auf das Ergebnis warten? Ich habe mich dafür entschieden, die Bilder so in die Software einzufügen wie sie sind und alles andere zu ignorieren. Und das war dann auch richtig so, denn am Ende wurde alles gut.

Mein Tipp also an Leute, denen Farbechtheit am Herzen liegt: Benutzt entweder die Software nicht, oder sorgt einfach dafür, dass die Quellen gut sind. Und immer locker durch die Hose atmen.

Lieferzeit

Ich habe das Fotobuch am 24.11 gegen 01:35 bestellt (ja, ich weiß…) und schon am 25.11. gegen 14:00 hatte ich die Versandbestätigung im Haus. Auf den ersten Blick wertet man das positiv, aber für mich ist das ganz klar ein negativer Punkt. Denn zu große Hetze führt zu unsauberem Arbeiten. Ich habe ja schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass etwas mehr Zeit gut für das Produkt wäre, so auch hier. Unter den Bildern findet ihr eines im Gegenlicht, wo anscheinend eine Presse angesetzt hat. Spuren davon finden sich bis in die Mitte des 100 Seiten starken Werkes. Während ich so darüber nachdenke bemerke ich, dass die Druckstelle auf den Seiten genau mit der Klebemarke des Hochglanz Cover übereinstimmt. Gute zwei Zentimeter von oben und unten sitzt alles Bombenfest, in der Mitte sitzt der Überzug aber locker. Das macht sich zwar nur auf dem Buchrücken bemerkbar und stört nicht weiter, aber ich wollte ja ganz genau hinsehen. Damit kann ich sehr gut leben, mit dem Knick auf den Seiten allerdings nicht. Mal schauen, vielleicht „liegt“ sich das wieder aus. Das Buch ist zwar gesponsort, allerdings zu weniger als der Hälfte. Ein blödes Gefühl bleibt. Allerdings glaube ich nicht, dass eine Neulieferung irgendwas ändern würde.

Nun weiß ich natürlich nichts über die Produktion an sich, aber ich möchte einfach glauben, dass es den Mitarbeitern der Druckerei und den Produkten besser ginge, wenn ich drei Tage länger auf die Lieferung warten müsste. Das würde ich sehr gerne tun, den was sind drei Tage warten gegen ein Fotobuch im Schrank, dass man Jahrzehntelang ansieht und jedesmal an den einen, kleinen Fehler denkt.

Fazit

Alles in allem bin ich immer noch sehr von den Saal Digital Produkten überzeugt und die von mir genutzten Produkte haben auch ein gutes Preis / Leistungs Verhältnis. Die Pressspuren auf den Seiten stören mich zwar, werden aber wahrscheinlich von niemand anderem bemerkt. Ein heller Fleck auf einer dunklen Fläche, den ich zuerst als Fehler im Druck identifiziert habe, findet sich doch tatsächlich auch im Original. Erstaunlich was man alles so entdeckt, wenn man mal die Perspektive ändert. Die Software trübt das Bild etwas, aber den mutigen gehört die Welt. Also einfach auf das Ausgangsmaterial vertrauen und alles andere ignorieren. Dann wird alles gut.

 

 

2 thoughts on “Test: Saal Digital Fotobuch

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