Juliet Romeo bei der Workshop Aufgabe "Sinnlich"

Workshop emotionales Posing

Fortbildung ist wichtig, das sage ich immer wieder. Ich selbst besuche ab und an mal Workshops, nicht nur um mich weiterzubilden, denn seien wir mal ehrlich: nach einer Zeit hat man alles gesehen und auch alles schon mal probiert. Das bedeutet auf keinen Fall, dass man dann auch alles kann. Aber jemand, der seit Jahren Portraits fotografiert, besucht natürlich keinen Standard Portrait Workshop, wenn der Dozent nicht ganz klar die Nase Meilenweit voraus hat.

 

Juliet Romeo bei der Workshop Aufgabe "Sinnlich"

 

Manchmal interssieren mich auch einfach nur das Thema oder der Dozent, manchmal verspreche ich mir nur einen schönen Nachmittag mit schon bekannten, netten Menschen. Mit dieser Motivation hilft es natürlich, wenn der Workshop nicht 300€ oder noch mehr aufruft.

 

Emotionales Posing

Als dann mein geschätzter Kollege Oliver Rindelaub zum Lernen bittet und auch noch die Schauspielerin Anna Abraham im Team hat, bin dich doch sehr neugierig geworden. Ich weiß natürlich, dass Oliver ein sehr breites Portfolio hat und dass dieses auch eine hohe Qualität besitzt. Von dieser Seite gibt es also kein Risiko.

 

Juliet Romeo bei der Workshop Aufgabe "Glücklich"

 

Glücklicherweise hat sich aber herausgestellt, dass Oliver natürlich gute Tipps geben hat, die wir aber eigentlich alle kennen. Nur anwenden tun wir sie nicht… Soviel zum Thema bewußteres Fotografieren, auch eines meiner großen Themen für dieses Jahr. Die absolut neuen Sachen aber kamen von Anna. Es war unheimlich erhellend, das Programm der Modelle kurz zusammengefasst zu bekommen.

 

Juliet Romeo bei der Workshop Aufgabe "Glücklich"

 

Denn seien wir mal ehrlich, Oliver ist ein toller Typ. Aber eigentlich war ich ja für Anna da, und da war ich nicht der einzige, wie sich später in der Feedbackrunde herausstellte. Es war schon gut, die Grundlagen zur Komposition nochmal vorgehalten zu bekommen, die eine bestimmte Stimmung unterstützen oder erzeugen. Aber das große Problem, das ein Fotograf normalerweise hat, der häufig mit ungeübten Leuten zusammenarbeitet ist, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen und zu kommunizieren, wie das Modell seinen Teil zu tun hat.

 

Sinnlich, glücklich, traurig

Mein Modell Julia hatte die große Ehre und auch die Verantwortung, uns für die zweite Übung Emotionen herauszusuchen, die dargestellt werden sollten. An diesem Punkt habe ich einen Riesensprung erlebt: plötzlich hatte Julia ein Rezept an der Hand, plötzlich ging das mit den Emotionen wie von selbst. Die Bilder der ersten Übung waren OK, so lala, Standard. Zwei Leute treffen sich für Fotos, beide haben nur einen halben Plan und legen einfach los.

 

Juliet Romeo bei der Workshop Aufgabe "Traurig"

 

Nach den Unterichtseinheiten war hingegen absolut klar, was Sache ist. Auf beiden Seiten der Kamera. Sie sagt: Ich hab Lust auf Sinnlich, das machen wir zuerst. Zack hat sie Posen und Mimik bereit, ich habe den Look im Kopf. Los gehts. So macht das Arbeiten Spaß, so kenne ich die Zusammenarbeit mit Profis. Nun muss man ja aber auch sagen, dass es begabte Menschen gibt, Naturtalente. Menschen, die instinktiv wissen, wie sie eine bestimmte Stimmung erzeugen. Allerdings ist es Gold wert, wenn man sich die Dinge bewußt macht.

 

Juliet Romeo bei der Workshop Aufgabe "Traurig"

 

Nicht ganz einfach, negative Emotionen in strahlendem Sonnenschein zu fotografieren. Zum Glück gab es eine Tordurchfahrt, die uns gute Hintergründe und Schatten geliefert hat. Mit der Fotografie lernt man sehen…

Großartig finde ich ebenfalls, dass es nicht nur eine Facebook Seite zum Workshop gibt, wo man sich vorher gut schlaumachen kann, sondern auch, dass es für die Teilnehmer eine geheime Gruppe gibt, in der man sich danach austauschen kann. Wir alle kennen das: Aha Erlebnisse, Begeisterung. Dann, drei Wochen später: nur noch 10% im Kopf, und auch da ist man sich nicht mehr so richtig sicher.

 

Julia bei der ersten Emotionsübung des Workshops: Ernst

 

Alles braucht Übung

Ich persönlich finde es hier aber noch wichtig darauf hinzuweisen: Emotionen darzustellen, wie wir es hier im Workshop gelernt haben, braucht viel Übung. Die Kollegen von hinter der Kamera kennen das: eine Technik derart beherrschen, dass man vergisst, dass man sie grad anwendet. Für ein sensual homeshoot oder lifestyle / fashion reichen die vermittelten Informationen allemal, aber man wird nach einer Zeit feststellen, dass alles doch irgendwie ähnlich aussieht. Als Modell sollte man es schaffen, das gelernte zu verinnerlichen und wie natürlich in das Posing und Mienenspiel vor der Kamera einfließen zu lassen, und zwar so, dass es natürlich wirkt. Für mich als Fotograf ist nichts schlimmer, als Posen, die nicht zum Menschen passen. Wie z.B. die Kralle an der Wange. Was ist denn bitte die Motivation davon? Ich kann nur vermuten, dass irgendjemand mal was falsch verstanden hat und viele andere das dann einfach nachmachen, ohne zu hinterfragen.

Falls das noch nicht so deutlich rübergekommen sein sollte: dieser Workshop ist eine klare Empfehlung und für die gebotene Leistung lächerlich günstig. Ich kann diesen Workshop jedem empfehlen, der sich weiterentwickeln möchte. Fotograf oder Modell ist dabei gleich, es ist für jeden was zu holen.

Die nicht-Handy Making Ofs unten sind übrigens freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Alexander Klein, der mit Seiner Frau Melanie für alles drumherum gesorgt hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.