Helios 44-2 Objektiv Test an Canon 6D

Analog – Helios 44-2

Ich bin ja seit einiger Zeit wieder mehr Analog unterwegs, was aber nicht heißen soll, dass die digitale Fotografie zu kurz kommt. Der Charme, bzw die Synergie, die ich mir von meinem aktuellen Kurs verspreche, ist die neu angeschafften Objektive mit ihren jeweiligen Eigenarten auch in der digitalen Welt nutzen zu können. Um das zu erreichen, habe ich mich auf den M42 Mount eingeschossen, für den es für meine Minolta XD7 sowie für meine Canons Adapter gibt.

 

 

Es ist dabei völlig klar, dass ich weder von den alten (Baujahr 1900 bis 1980) Objektiven, noch von der analogen Fotografie irgendwelche Wunder und präzise Höchstleistungen erwarte. Eher sehe ich das als Ausgleich, als Möglichkeit, wieder neu zu entdecken und ein Abenteuer zu erleben. Neuland zu beschreiten und neue alte Früchte zu ernten.

 

 

Das heißt aber auf keinen Fall, das Höchstleistungen in der Schärfe und dem Detailreichtum nicht möglich sind. Das Vergleichsbild oben ist aus der Hand bei Offenblende (2.0) aufgenommen. Schon bei Offenblende eine beeindruckende Leistung für ein Objektiv das an die 40 Jahre alt ist und sicher schon einiges mitgemacht hat. So manches Kitobjektiv von heute ist Dreck dagegen.

Wie auch immer, speziell dieses Objektiv habe ich ganz sicher nicht gekauft, um es abzublenden und scharfe Fotos zu machen. Das Bokeh gefällt mir sehr gut, diesen Wirbel um das Zentrum empfinde ich als sehr attraktiv. Ganz anders als bei meinen Hochleistungsobjektiven von Canon, die ein sehr sauberes und glattes Bokeh erzeugen. Sehr zuverlässig, sehr sauber, sehr langweilig. Das gleiche Gefühl hatte ich schon, als ich damals von meinem Tamron 70-200 (A001) zu dem Canon 70-200 USM L gewechselt bin. Das Tamron hat ebenfalls ein viel schöneres Bokeh, ist aber leider für den professionellen Einsatz nicht zuverlässig genug.

 

 

Ich habe das Objektiv natürlich ebenfalls an der Minolta XD7 getestet, mit einem Kodak TRI-X 400 darin. Allerdings habe ich leider noch keine Arbeitserlaubnis in der Küche bekommen, weshalb die Ergebnisse dieser Kombination noch ein paar Tage auf sich warten lassen werden.

Eines noch zum Thema Adapter: man muss sich bewusst sein, dass eine Adaptierung immer ein Kompromiss ist. Häufig stimmen die Abstände zur Aufnahmeebene nicht mehr, weshalb manchmal eine Ausgleichslinse nötig wird. Diese kann allerdings die Qualität beeinflussen. Geht man den Weg der Ausgleichslinse trotz unpassender Entfernung nicht, kann es sein, dass der Spiegel anschlägt – was er in meinem Fall in der Canon 6d tut. Fokus auf unendlich geht hier nicht, was aber OK ist, denn wie gesagt: ich habe das Objektiv ganz sicher nicht für scharfe Bilder gekauft. An der Minolta XD7 hingegen funktioniert mit Adapter alles sauber – außer dass die Skala auf dem Kopf steht. Nicht schlimm, so steht „Made in USSR“ oben. Finde ich viel besser…

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